cft – Jahreskonferenz 2002

Thema „Der Wert des Lebens“


Die diesjĂ€hrige Jahreskonferenz vom 27. Mai in der Aula des KVZ in ZĂŒrich war ein kleiner  JubilĂ€umsanlass: Seit 10 Jahren besteht cft auch in der Schweiz.
cft-PrĂ€sident JĂŒrg LĂ€derach prĂ€sentierte einige Highlights der vergangenen 10 Jahre, z.B.:
-    EinsĂ€tze zum Schutz des ungeborenen Lebens
-    Mitwirken zur Beibehaltung der PrĂ€ambel in der Schweizerischen Bundesverfassung („Im Namen Gottes des AllmĂ€chtigen...“)
-    Nationale Wahlhilfen
-    Förderung der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Organisationen

 

Der Wert des Lebens im Alter und InvaliditÀtsfall

Zur Freude der Besucher folgte dann ein Vortrag ĂŒber Euthanasie vom GrĂŒnder und Leiter des bekannten Schweizer Paraplegiker-Zentrums Nottwil (SPZ), Dr. med. Guido ZĂ€ch.
In seinem Referat ĂŒber Euthanasie machte er geltend, dass niemand von diesem Thema wegsehen dĂŒrfe, weil alle einmal Ă€lter wĂŒrden und sterben mĂŒssten. Niemand wolle auf dem letzten StĂŒck seines    Lebenswegs alleine gelassen werden oder unertrĂ€glichen Schmerzen ausgeliefert sein.
EindrĂŒcklich schilderte Dr. ZĂ€ch Erlebnisse aus seinem Wirkungsfeld im SPZ. Er betonte, dass momentane Tiefs und Depressionen eines Patienten niemals als Entscheidungsgrundlagen fĂŒr Sterbehilfe angesehen werden dĂŒrften. Die Erfahrung zeige, dass der Wunsch zu sterben bei den allermeisten Betroffenen bereits nach einem Monat nicht mehr vorhanden sei.
Dr. ZĂ€ch unterschied zwischen verschiedenen Arten der Sterbehilfe: Die direkte aktive Sterbehilfe meint die gezielte Tötung und ist in der Schweiz verboten. Zwei weitere Arten der Sterbehilfe befinden sich in einem Graubereich: Bei der indirekten aktiven Sterbehilfe werden schmerzlindernde Mittel verabreicht, die als Nebenwirkung die Atmung lĂ€hmen und zum Tode fĂŒhren. Wenn man die passive Sterbehilfe anwendet, wird auf lebensverlĂ€ngernde Massnahmen verzichtet. Die indirekte aktive und die passive Sterbehilfe sind gesetzlich nicht geregelt und werden darum auch nicht bestraft.
Eine letzte Art der sogenannten Sterbehilfe ist die Beihilfe zur Selbsttötung. Sie wird von „Exit“ oder „Dignitas“ praktiziert, wobei diese Organisationen sich nicht immer an ihre GrundsĂ€tze halten und auch mal einem Patienten, der in einem Stimmungstief ist, ihre Mordmedizin verabreichen.
Dr. ZĂ€ch engagiert sich nebst der anspruchsvollen Arbeit im SPZ auch im Nationalrat besonders dafĂŒr, dass die GesetzeslĂŒcken geschlossen und die Tötung verboten wird. Zudem setzt er sich mit aller Kraft fĂŒr die Palliativ-Medizin ein. Es handelt sich dabei um das Lindern von Leiden und Schmerzen. Dr. ZĂ€ch ist ĂŒberzeugt, dass durch diese Art von Medizin die aktive Sterbehilfe nicht mehr gefragt sein wird.
Echte Sterbehilfe soll eine Lebenshilfe bis zum Tod sein.

   

Der Wert des ungeborenen Lebens

Im darauf folgenden Referat  „Brennpunkt Abtreibung“ von Dr. Nicole Stern wurden den Zuhörern die bei einer Abtreibung beteiligten Personen vor Augen gestellt:
1.    Die ungewollt schwangere Frau befindet sich in einer fĂŒr sie unmöglichen Situation und fĂŒhlt sich ĂŒberlastet. Frau Stern riet, solchen Frauen zuzuhören und sie zu ermutigen.
2.    Das Kind ist Mensch von Anfang an. Bereits am 1. Tag ist der Chromosomensatz fix und wichtigste Merkmale des Menschen wie Geschlecht, Haarfarbe usw. sind bereits bestimmt. Ungeborene unterscheiden sich von den Termingeborenen nur in  Grösse, Wachstum und Lebensraum. Das Ungeborene hat darum das Recht auf Leben wie jeder andere Mensch.
3.    Die VĂ€ter wissen oft gar nicht, dass sie VĂ€ter geworden sind, stehen aber, wenn sie von der Schwangerschaft wissen, leider oft nicht hinter der Frau. Sie haben aber nicht das Recht, sich aus der Verantwortung zu ziehen. WĂŒrden sie der Frau beistehen, so wĂŒrden viele Abtreibungen nie zu Stande kommen.
4.    Beim Personal entsteht eine Belastung. Sie alle wissen, dass sie Leben aus der Welt schaffen. Wenn sich dann zudem noch jemand weigert, Abtreibungen durchzufĂŒhren, fĂŒhrt das zu grossen Spannungen im Team.
5.    Die Gesellschaft = wir treffen mit Freunden zusammen, die entweder bereits abgetrieben haben oder es beabsichtigen. Wir können sie zur bessern Alternative ermuntern und sie mit Hilfemöglichkeiten bekannt machen.
Frau Stern sprach anschliessend ĂŒber die Werte der Menschen und verdeutlichte ihr Votum mit der folgenden Schlussfolgerung: „Alle Menschen haben die gleichen WĂŒrden und Rechte zu leben.  Das muss von allen akzeptiert werden.“ Die Tötung eines unschuldigen Menschen ist verwerflich.
Schliesslich verwies sie auf die Bibel, in welcher steht, dass Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen (1. Mose 9, 7) und fĂŒr jeden einen Plan hat  (Psalm 139, 16).
Frau Stern befĂŒrchtet, dass die Annahme der Fristenlösung auch eine VerĂ€nderung der allgemeinen Einstellung zu Euthanasie, prĂ€nataler Diagnostik und zur Verwendung von Embryonen nach sich ziehen wird...
Um uns dagegen zu wehren, riet sie uns, die Menschen sachlich und kompetent zu informieren, ungewollt Schwangeren und Frauen, die bereits eine Abtreibung hinter sich haben, zu helfen und in der Öffentlichkeit und im Bekanntenkreis ĂŒber die Problematik zu sprechen.

 

Der Wert des Lebens aus der Sicht Gottes

Gleich zu Beginn seines Referats berichtete Rev. Kjell Olsen ĂŒber ein Ereignis, das sich in seiner Familie zugetragen hatte. Sein neun Jahre alter Sohn hatte einen kleinen Vogel gefunden, der aus dem Nest gestĂŒrzt war. Mit grosser Hingabe kĂŒmmerte sich sein Junge um das kleine verletzte Tier. Umso mehr war er betrĂŒbt, als sein Vögelein starb. Kjell Olsen benĂŒtzte diese Gelegenheit, seinem Jungen zu zeigen, dass Gott fĂŒr die Vögel sorgt, aber noch viel mehr fĂŒr uns Menschen.
Der Redner stellte fest, dass man der Natur heutzutage einen ĂŒberaus hohen Stellenwert einrĂ€umt. In SĂŒdafrika gibt es zum Beispiel ein Gesetz, das eine bestimmte Strafe fordert, wenn ein geschĂŒtztes Tier getötet wird. Ist dieses Tier auch noch trĂ€chtig, so muss derjenige, der das Wild erschossen hat, sogar noch mehr bezahlen.  Und der Schutz des Menschen?
Das menschliche Verhalten in unserer Zeit hat seinen Ursprung in der Denkensart der Evolution. Da herrschen unter anderem folgende zwei GrundsĂ€tze: „Der StĂ€rkere ĂŒberlebt“ und „Just do it“ (mach es einfach). Der Egoismus des Einzelnen wird somit stark ĂŒberbewertet.
Die Humanisten sagen sogar, dass der Mensch, als ein Produkt der Evolution, das Recht habe, seine eigene Freiheit, seine sexuellen Neigungen und einen eigenen Lebensstil auszuleben.
Viel Geld wird darum in SĂŒdafrika fĂŒr die sexuelle AufklĂ€rung ausgegeben. Durch Geschlechtskrankheiten, AIDS und Abtreibungen erwartet man fĂŒrs Jahr 2005 nur noch eine durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen von 37 Jahren und bis zum Jahr 2010 werden bereits 10ÂŽ000ÂŽ000 Menschen an den Folgen der obigen Faktoren, der menschlichen Selbstbestimmung, gestorben sein.
Um ein weiteres sogenanntes menschliches „Selbstbestimmungsrecht“ geht es auch bei der Abtreibung, welche ein direkter Angriff gegen den Schöpfer ist. Er hat uns als Sein Ebenbild geschaffen (1.Mose 1,27) und uns eine Ewigkeit ins Herz gelegt (Prediger 3,11).  Es geht um einen Menschen, fĂŒr den Gott bereits die Ewigkeit geplant hat.
Fano Sibisi, der internationale cft-PrĂ€sident und cft-PrĂ€sident von SĂŒdafrika leidet an einer Krankheit, durch welche nach und nach die Muskeln gelĂ€hmt werden. Trotz seiner SchwĂ€che - er ist teilweise schon heute vom Rollstuhl abhĂ€ngig - findet er sein Leben lebenswert. Ein Brief, den er speziell fĂŒr das Treffen in ZĂŒrich geschrieben hat, strahlt Hoffnung und Freude am Leben aus. Man spĂŒrt, dass er den Wert des Lebens kennt.
Zur bevorstehenden Fristenlösungsabstimmung Ă€usserte sich Rev. Kijell Olsen folgendermassen: „Es ist nicht sicher, dass die, die fĂŒr das Leben streiten, am 2. Juni gewinnen werden. Selbst wenn die Abstimmung zu Gunsten der Initiative ‚FĂŒr Mutter und Kind‘ ausfallen wird, hat der Kampf doch erst begonnen. Tue alles, was du kannst! Bete und vertraue Gott! Aber lege nicht deine ganze Hoffnung in den 2. Juni. ...Und falls ihr verlieren werdet, seid nicht entmutigt! Gottes Wahrheit und der Wert des Lebens werden bestehen bleiben.“
RĂŒckblickend auf die VortrĂ€ge kann gesagt werden, dass es die Aufgabe der Christen ist und bleibt, sich fĂŒr das Leben kompromisslos einzusetzen, sei es das Leben von Jung, von Alt oder das Leben Ungeborener. C. Wenger

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