Identität und Werte - der Inhalt zählt!

Dieser Frage gingen die vier Gastreferenten in ihren Vorträgen nach. Christliche Werte werden immer mehr aus unserer Gesellschaft verdrängt. Darum ist es in der heutigen Zeit besonders wichtig, sich aktiv dafür einzusetzen.

Von Lara Ettinger und Julia Hunziker

Am 25. Mai 2019 fand die cft-Jahreskonferenz zum Thema «Identität und Werte – der Inhalt zählt!» in der Kirche der Evangelischen Gemeinde Hof Oberkirch, Kaltbrunn (SG) statt. Gleich zu Beginn illustrierte cft-Präsident Jürg Läderach anhand der Geschichte einer Chinamissionarin, wie sich der «Inhalt» einer Person auf ihr Handeln auswirken kann. Auch dieses Jahr waren wieder vier Referenten aus den Bereichen Politik, Medien und Wirtschaft in Kaltbrunn zu Gast, welche das aktuelle Thema je aus ihrer Sicht beleuchteten. Den rund 150 Besuchern wurde mit auf den Weg gegeben, dass sich jeder Einzelne für christliche Werte in unserer Gesellschaft einsetzen kann, auch wenn diese heutzutage oft als nicht mehr zeitgemäss gesehen werden.

 

Besonders Nationalrätin Verena Herzog sprach diese Problematik an. Die Leitfrage ihres Referats lautete: «Das goldene Kreuz auf der Bundeshauskuppel: Leitendes Symbol oder nur architektonischer Schmuck?». Das Kreuz solle nicht einfach das Bundeshaus verschönern, sondern uns daran erinnern, dass Gott über uns und unseren Entscheidungen stehe. Doch leider würden christliche Symbole immer mehr in den Hintergrund gedrängt. So störten sich auch immer mehr Schweizer am christlichen Text von Nationalhymne und Bundesverfassung. Obwohl sich vier nationale politische Parteien auf christliche Grundwerte beriefen, werde es immer schwieriger, Mehrheiten für christliche Themen zu finden. Darum sei es heute besonders wichtig, auch öffentlich zum christlichen Glauben zu stehen und weiterhin an den christlichen Werten als Basis unserer Gesellschaft festzuhalten.

 

Andrea Vonlanthen, ehemaliger Redakteur bei verschiedenen Zeitungen, sprach über die vieldiskutierte Manipulation durch die Medien, mit welchen wir immerhin einen Drittel unserer Lebenszeit verbringen würden. Als Journalist stritt er nicht ab, dass die Medien oft manipulativ berichteten, indem sie Themen gezielt aufgriffen oder andere ignorierten und bewusst oder unbewusst erzieherische Absichten verfolgten, anstatt nur ihrem Informationsauftrag nachzukommen. Tatsache sei jedoch, dass es keinen neutralen Journalismus geben könne. Die Medien seien dabei von unterschiedlicher Qualität, darum liege es an uns, eine entsprechende Auswahl zu treffen. Manipuliert würden wir laut Vonlanthen, weil wir es zuliessen. Oft suchten wir beim Medienkonsum nur Entertainment und Zerstreuung und handelten gemäss dem Motto: Wenn ich nicht selber denke, bin ich auch nicht verantwortlich. Sinnvoll genutzt, könnten die Medien jedoch ein grosser Segen sein, denn durch sie könne man Menschen rund um die Welt erreichen. Die Zuhörer wurden von Vonlanthen zum aktiven Handeln ermutigt, beispielsweise in Form von Leserbriefen und Petitionen.

 

Unternehmer Carl Elsener, Konzernchef der Victorinox AG, gewährte in seinem Referat Einblick in die Erfolgsgeheimnisse seiner Firma. Sehr wichtig sei es, in guten Zeiten Reserven zu bilden, damit man auch in wirtschaftlich schweren Jahren bestehen könne. Die Mitarbeiter trügen einen grossen Teil zum Erfolg der Firma bei. Deshalb fühle sich Victorinox ihnen auch verpflichtet und sei bemüht, ihren Arbeitsplatz auch in Zeiten mit wenig Arbeit zu sichern. Es war auch beeindruckend zu hören, dass die Familie nicht primär ihren eigenen Profit aus dem Geschäft ziehen will. So wurden alle im Besitz der Familie befindlichen Aktien unentgeltlich der Victorinox Unternehmensstiftung überlassen. Was 1884 mit einem Taschenmesser begann, ist heute ein internationaler Konzern, der neben verschiedensten Modellen von Messern auch Uhren, Reisegepäck und Parfum verkauft. Zur erstaunten Freude der Besucher bekam jeder zum Schluss noch ein kleines Victorinox-Taschenmesser geschenkt!

 

In einem Interview mit Moderator Urs Hunziker erfuhren die Anwesenden schliesslich mehr über das Leben von Ansgar Gmür, dem ehemaligen Direktor des Hauseigentümerverbands (HEV). Trotz einer schweren Kindheit wurde er zum erfolgreichen Geschäftsmann. Massgebend sei für ihn gewesen, dass er die Verantwortung für sein Leben selbst in die Hand genommen und sich nicht mit den widrigen Umständen entschuldigt habe. Nach einer Lehre als Chemielaborant und einem Ökonomiestudium arbeitete Gmür in verschiedenen Positionen, bis er schliesslich Direktor des HEV wurde. Wie er selbst sagte, habe ihm seine Bekehrung einen neuen Impuls im Leben gegeben. Er erlebe immer wieder, wie Jesus ihm im Alltag helfe. Mit der Pensionierung sei ihm schlagartig bewusst geworden, dass er von dieser Welt nichts mitnehmen könne. Ihm wurde auch klar, wie wenig er bis dahin für Gott getan habe. Dies bewog ihn dazu, ein Theologiestudium zu beginnen und sein Redetalent zur Verkündigung von Gottes Wort einzusetzen. Zum Schluss gab Gmür den Besuchern mit auf den Weg, dass wir Gott immer vor Augen halten und nicht nachlassen sollen mit Beten.

 

Die abwechslungsreiche Tagung endete mit einem Schlusswort von cft-Präsident Jürg Läderach und einem gemeinsamen Lied.

Livestream zur Jahreskonferenz

Bericht auf life.de

Download Referat Vonlanthen

Download Programm

Informiert bleiben!

 

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
?

(*)
Invalid Input

(*)
Invalid Input